Montessori

 

Der Begriff „Montessori“ sagt heutzutage sicher beinahe jedem Menschen etwas – vermutlich bringt ihn auch jeder, der ihn kennt, mit dem Thema Erziehung in Verbindung. Doch kennt wohl nicht jeder die genaueren Zusammenhänge und Hintergründe der Montessori-Pädagogik:

 

– was genau ist eigentlich die Montessori-Pädagogik

– wo kommt sie her

– wer war Montessori?

 

Viele Eltern mit Kindern im Kindergarten –oder Grundschulalter machen sich heute im Vorfeld Gedanken darüber, welcher Kindergarten oder welche Schule für ihr Kind geeignet ist: für viele weist das herkömmliche Schulsystem gewisse Lücken auf wie durch den überwiegend intellektuell ausgerichteten Frontalunterricht oder gerade im sozialen Bereich. Wenn sich herausstellt, dass das eigene Kind eher sensibel, künstlerisch begabt oder als ein Kind mit besonderen Lernansprüchen ist, ist in vielen Fällen auch tatsächlich eine ergänzende Form der Förderung angebracht – was also tun?

 

Die Zahl der Menschen, die eine Alternative oder Ergänzung zum gängigen Schulsystem suchen, wächst, daher auch die Angebote an Privatschulen in der pädagogischen „Landschaft“.

 

Montessori-Einrichtungen sind da immer noch oder gerade heute eine echte Alternative dar zum gängigen Schulsystem!

 

In Montessori-Kindergärten und Schulen wird Kindern deutlich mehr Freiraum für ihre individuelle Entwicklung eingeräumt, Kinder lernen spielerischer und kindgerechter, auch auf einen bewussten sozialen Umgang wird viel Wert gelegt – gleichzeitig wird sehr wohl auch auf die Erfüllung gängiger gesellschaftlicher Normen geachtet – so werden beispielsweise natürlich auch Wert gelegt auf das Erreichen der Schulabschlüsse.

 

Nach welchen Prinzipien genau arbeiten Montessori Schulen und Einrichtungen und woher stammt die Montessori-Pädagogik ihren Ursprung?

 

Hier eine kurze Zusammenfassung des Lebens von Maria Montessoris, der Gründerin der Montessori-Pädagogik, sowie eine Übersicht über die derzeitigen Stand der Montessori-Pädagogik in Deutschland.

 

Maria Montessori

 

Maria Montessori wurde Ende des 18. Jahrhunderts in eine großbürgerliche italienische Familie hinein geboren und war ein Einzelkind. Sie war ein unkonventionelles Kind, besuchte als Jugendliche eine technische Oberschule und wurde mit viel Durchsetzungsvermögen schließlich die erste Ärztin Italiens. Montessori setzte sich für die Rechte der Frauen sowie für Persönlichkeitsrechte ein. Schon während eines Praktikums in einer psychiatrischen Klinik entwickelte sie insbesondere Interesse für die Entwicklung von Kindern, und stellte fest, dass vielen „benachteiligten“ Kindern die richtige Art von Zuwendung und Erziehung fehlte. Daraufhin begann sie mit Forschungen und der Entwicklung ihrer Erziehungsmethode, sowie ihrer Materialien für den Einsatz im Unterricht, gründete und leitete viele Einrichtungen und Institute in ihrem Sinne, schrieb Bücher und stellte auf Weltreisen auf der ganzen Welt ihre Methode vor. So wurden auf der ganzen Welt Montessori-Schulen gegründet, die auch heute noch existieren. Montessori starb 1952 in den Niederlanden und hinterließ ein Lebenswerk, das wie kaum ein anderes die reformpädagogische Bewegung beeinflusst hat.

 

Montessori Schulen und Einrichtungen

 

Montessori Kinderhäuser, Kindergärten und Schulen gibt es heute weltweit. Die Montessori-Pädagogik erfreut sich im Grunde so großer Beliebtheit wie nie zuvor. In Deutschland gibt es um die 1000 Montessori-Einrichtungen, zum Großteil Kindergärten, Kinderhäuser und Grundschulen, aber auch viele weiterführende Schulen.

 

Im Zentrum der Montessori-Pädagogik steht die selbständige Entwicklung der Persönlichkeit jedes Kindes: es wird davon ausgegangen, dass jedes Kind in sich selbst Impulse trägt, sich genau das Wissen und Können anzueignen, was ihm persönlich entspricht, und mit dem es sich im Laufe seines Lebens bestmöglich entwickeln kann. In der Montessori-Pädagogik werden Kinder darin unterstützt, ihren eigenen (Lern-) weg zu gehen. Man vertraut ihren Fähigkeiten und ihren Impulsen. Es wird davon ausgegangen, dass Erwachsene, die als Kinder ihren Impulsen folgen durften, einen bestmöglichen Beitrag zur Gesellschaft leisten können, da sie ihre Arbeit aus eigenem Antrieb leisten und voll hinter dem stehen, was sie tun. Montessori-Pädagogen beachten dabei bestimmten wissenschaftliche Prinzipien wie z. B. die „sensiblen Phasen“ eines Kindes oder die Erkenntnis der „Polarisation der Aufmerksamkeit“, es werden die berühmten „Montessori-Materialien“ als Lernmittel zur Verfügung gestellt etc.

 

„Hilf mir, es selbst zu tun“ – das ist der bekannte Leitsatz der Montessori-Pädagogik!